_____________________________

   o 
S.D.R.O.
_____________________________

   o 
CHRONIK
_____________________________

   o 
PROJEKTE
_____________________________

   o 
DEUTSCHRITTER
_____________________________

   o 
RITTERTUM
_____________________________

   o 
AUSZEICHNUNGEN
_____________________________

   o 
AKADEMIE
_____________________________

   o 
LITERATUR
_____________________________

   o 
KULTURPREIS
_____________________________


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 






 

SOUV. DEUTSCHRITTER ORDEN

Franz Kurowski



wird der



KULTURPREIS  2007
 

der Akademie des Souv. Deutschritter Ordens für seine herausragenden Leistungen als
Schriftsteller und Historiker verliehen.

Franz Kurowski gehört zu den Allroundkönnern unter den deutschen Schriftstellern und Historikern. Gleichzeitig ist er aber einer der Stillen im Lande, denn er macht sich nichts aus öffentlichem Rummel.

Wenn nicht diese immense, beinahe unvorstellbare Zahl an Buchveröffentlichungen wäre, die unter Beweis stellen, dass er ein in allen Sätteln versierter Autor ist, der sich in allen Sparten der Literatur tummelt und immer  wieder höchst bemerkenswertes schafft.

Der Autor, der nun seit 65 Jahren offiziell schreibt und im Alter von 11 Jahren sein erstes Gedicht zum Tode des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg verfasste, und ein Jahr danach mit der freien Reichs- und Hansestadt Danzig korrespondierte, um seine Ahnentafel zu vervollständigen, wurde am 17. November 1923 als Sohn eines Walzwerkmeisters in Dortmund-Hombruch geboren.

Nach dem Besuch der Volksschule, Absolvierung einer Dreherlehre und ersten Gehversuchen mit kleinen Geschichten, diente er im zweiten Weltkrieg ab 1942 als Funker und Funktechniker im Luftnachrichtenregiment 16 des ObdL. In Berlin absolvierte er einen Schnellkurs in der neugriechischen Sprache, um in Griechenland neben seinem Funkdienst noch als Dolmetscher zu dienen. Nach einem kurzen Zwischenspiel im Einsatzraum Tunesien wurde er zu seinem Verband rückkommandiert (Horchfunker durften nicht in den Feldeinsatz). Bereits im Juni 1945 wurde er aus US-Kriegsgefangenschaft entlassen.

Nach 1945 arbeitete er als Dreher, Vorarbeiter und Techniker in einer Maschinenfabrik. Ebenso war er als Betriebsratsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied tätig.

In dieser zeit entstanden eine Fülle von Erzählungen aus dem Arbeitsleben und einige Jugendbücher.

Die Reihe der geschichtlichen Werke begann er mit dem Buch über den griechischen Freiheitskamp gegen die Türken (1821-1829). „Aufstand in Hellas“ lautete der Titel, der mehrfach nachgedruckt wurde. In schneller Folge entstanden weitere Bücher, darunter auch „Die Fahrt der tausend Tage“, ein beachtliches Geschichtswerk.

Dass er bereits in dieser Zeit in der Lage war, aus seinen Quellen und eigenen Erlebnissen fundiert zu schreiben, verdankte er dem aus Berlin nach Athen abkommandierten Freund und Kameraden Dr. Dr. Paul Biederich, der ihn in den folgenden Jahren unter seine „Fittiche“ nahm. Kurowskis Arbeitsgebiete kristallisierten sich dabei schnell heraus. Er berichtete über Meeresforschung und Meerestechnik, schrieb nach eigenen Erlebnissen drei Dutzend Bücher über Afrika zwischen Tunis und Kapstadt.

Seine vielfach nachgedruckten Werke über Friesen, Sachsen und Franken beruhten auf eigenen intensiven Forschungen in diesen deutschen Gebieten. Sein mittelmeerisches Pentagramm mit den Werken Venedig, Genua, Sizilien, Spanien und Portugal machte in faszinierender Weise das Zusammenspiel der Kräfte dort deutlich. Gleiches gilt für seinen deutschen Zyklus. Das Werk mit dem Titel „Thüringen–von der Vorzeit zum Heute -, Herrscher-Residenzen-Land und Leute“, vervollständigt die Übersicht über deutsche Reichsgeschichte, die bereits in seinem Buche „Der deutsche Osten – Vom Ordensland Preußen zum Kernland des deutschen Reiches“ eingeleitet wurde.

Dass er im In- und Ausland (dort in 19 Sprachen und 70 Titeln vertreten) als Sachbuchautor und „Schöpfer des Sachbuchs vom Kriege“ bekannt wurde (Dr. Wilhelm Holzhauer in „Ruhr-Wupper-Press“, so wurde der Autor auch einmal als „Chamäleon des Literaturbetriebs“, sowie auch als „unbekannter Sachbuchautor Deutschlands mit weltweiter Ausstrahlung“ (Dr. Günter Schlesinger) apostrophiert.

Sowohl die britischen, amerikanischen, französischen und selbst die russischen Archive öffneten sich ihm bereitwillig. Er bekam sogar eine Einladung der „russischen Seekriegsabteilung für die sibirischen Seewege“ in ihren Archiven zu forschen. Dass er ein so populäres Werk wie „Alliierte Jagd auf deutsche Wissenschaftler“ schrieb und die beispiellose Ausplünderung Deutschlands minuziös darlegte, dass er „Unsere Zukunft das Meer“ vor einem Vierteljahrhundert schreiben konnte und die Meeresverschmutzung offen legte, als er „SOS für das Meer“ schrieb, zu einer Zeit, als man einen Seehund wie eine Sache betrachtete, wie einen Ascheneimer, schien niemanden bemerkenswert.

Seine weltweiten Kontakte zu Fachleuten aller Wissenschaften, wie z.B. Experten der NASA, Weltraumgremien und Wissenschaftler der Max-Planck-Institute sind bereits Geschichte. Die bei ihm einkehrenden Experten so Prof. Murphey von der Viktoria- Universität in Neuseeland, formten ihn, machten ihn zu dem „Schreiber“, der er heute ist.

Seine Arbeit für die Jugend beschränkte sich nicht auf schöne Artikel mit utopischen Plänen, sondern er ging in die Jugenddörfer, um in vielen Lesungen Wissen und Freude zu vermitteln. Ebenso sollen hier die unzähligen Lesungen und Lichtbildervorträge in Kirchengemeinden, Schulen aller Art und anderen Bildungseinrichtungen des Landes lobend erwähnt werden.

„In all seinen Werken hat der Autor die Wahrheit zum Maßstab seines Schreibens gemacht. Dafür ist ihm zu danken!“ (Richard Althaus: Anmerkungen zum 60. Geburtstag von Franz Kurowski).

Franz Kurowski sprengte für sich und Andere Grenzen, indem er es wagte, die Fülle der Ereignisse zu den Zeiten und den Räumen einzukreisen, aufzubereiten und wiederzugeben. So dass auch der jenige, dem es nicht vergönnt ist, Zusammenhänge in abstrakter Manier zu begreifen, wichtige Informationen erhält, die ihn in die Lage versetzen, aus gewonnen Erkenntnissen Urteile abzuleiten.

Dies ist seine abundante Vielschichtigkeit: Die kaum noch messbare Zahl seiner veröffentlichten Romane, Sachbücher, geschichtlichen Werken, so wie das gewaltige Oevre an Jugendbüchern und Sciencefictionwerken, von den Kurzgeschichten gar nicht erst zu reden.

Es gibt in der Literatur kaum etwas, was er nicht probiert und praktiziert hätte. Ganz besonders soll hier noch einmal auf das Pentagramm seiner Werke über den Mittelmeerraum hingewiesen werden. Dieser Ausschnitt Terras wird von ihm, der als präziser Schreiber gilt, mit einer unglaublichen Kenntnis der Ereignisse der Einzelheiten von damals bis heute gezeichnet. Hier brachte er ganz besonders seine stupende Kenntnis der Sachzusammenhänge souverän zu Papier. Dies geschah und geschieht nicht nur am Schreibtisch, sondern recherchierend an Ort und Stelle des Geschehens. Er erfährt sie im eigentlichen Sinne des Wortes. Es sei angemerkt, dass die Botschafter der Länder Italiens, Spaniens und Portugals einhellig die objektive Darstellung der Geschichte ihrer Staaten durch Kurowski hervorgehoben haben.

Abenteuerliches, Abgründiges aber auch Erhellendes und Bezauberndes von Geschichten innerhalb des weiten Feldes der Geschichte, ausgegraben und wieder gegeben von Franz Kurowski in seine Kompendien. Das ist eine Erlebniswelt für jeden, der sich ihr nähern will. Sinn der Lektüre dieses Autors ist es, sich seinen Ausführungen und Schilderungen zu stellen. Das ist der Zweck seines Arbeitens und dem soll sich keiner entziehen. Einer der dies wusste und sich seit vielen Jahren mit den Texten von Franz Kurowski befasst hatte, war Dr. Günther Holtz. Ein Meister der Sprache und Vermittler unendlich vieler Werte für jeden Autor: „Franz Kurowski, Schriftsteller, Journalist und Wissenschaftler lebt in zwei Welten, jener der Phantasie und der anderen, der harten Wirklichkeit“.

Er fabulierte in seinen Abenteuern und Märchen und wurde mehr und mehr im Laufe der Jahrzehnte vom Arbeiter des Literaturbetriebes zum König des Sachbuchs. Dabei scheut er kein Thema. Auch nicht das so oft gemiedene: den Krieg. Einer seiner Verlage nannte ihn den „besten Autor des Sachbuchs vom Krieg“. Man könnte ihn für den ersten Weltkrieg Ernst Jünger voranstellen. Doch für den zweiten Weltkrieg ist Franz Kurowski der große Meister.

Sein persönliches Archiv füllt mehrere Räume mit einigen Tausend Werken seiner „Handbibliothek“ und ungezählten Schriftstücken, Faszikeln und Memoiren all jener Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland, die sie ihm zu Verfügung stellten. So halfen ihm dabei große Feldherrn, Wissenschaftler, Wirtschaftsexperten und Kollegen aus aller Herren Länder.

Freundschaftlich verbunden war ihm Großadmiral Dönitz. Dies gilt auch für Generalfeldmarschall von Manstein, Generaloberst Kurt Student, Generalleutnant Adolf Galland und General der Kavallerie Siegfried Westphal.

Der Autor Franz Kurowski hat eine Vielzahl an Werken über den zweiten Weltkrieg geschrieben: zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Nicht zu vergessen die Geschichte der „Brandenburger“, die nun in zwei Bänden vorliegt. Verherrlichung des Krieges findet in diesen Büchern nicht statt. Ebenso wichtig ist es aber, dass, nirgendwo eine Erniedrigung des Soldaten Stattfindet. Er versucht nach allen Seiten hin gerecht zu sein. Niemand wird in seinen Büchern dafür bestraft, dass er diesem oder jenem Volk angehört oder dass er überhaupt Soldat war. WER hätte dies auch verhindern können?

Der Autor zollt jedem Volk und seinen Soldaten die nötige Achtung. Das dem so ist, bezeugen seine rund 70 Werke, die in allen ehemaligen Feindstaaten und in einigen „Neutralen“ veröffentlicht wurden und ihm dort höchste Ehren einbrachten!

Studiendirektor Hans Schulz-Fielbrandt, einer seiner treuesten Freunde, dem es gelang, die Verbundenheit Kurowskis mit seiner Heimatstadt Dortmund zu verdeutlichen, als er vor Jahren das zweihundertsiebenundvierzigste Buch des Autors vorstellte: „Sachsnotas – Schwertgenossen, die große Geschichte der Sachsen. Welch gewaltige Spannbreite hat dieses Buch, eine aufschlussreiche Mischung aus Kultur und Geschichte!

Interessant dabei ist insbesondere die Einbeziehung von Dortmund – der Heimatstadt des Autors – in die sächsische Geschichte. Franz Kurowski, als geborener Dortmunder, hat innerhalb der gesamtsächsischen Geschichte dem Kampf um die Hohensyburg großen Raum zugemessen. Er schildert z.B. einen Landtag im Jahre 1188 als Erzbischof Wiebold von Köln, Bischof Eberhard von Münster, Graf Eberhard von der Mark und die Städte Münster, Soest und Dortmund wieder einmal mehr einen Landfrieden schlossen.

Eines des besonderen Kapitel um Dortmund ist der Feme eingeräumt. Denn Dortmund war lange Zeit Sitz eines Hauptfreistuhls und damit einer der bedeutendsten Gerichts- sitze im mittelalterlichen Deutschland. In das Kapitel „Femegericht Freistuhl Dortmund“ wurden vom Verfasser auch die Femegerichte zu Haspe, Limburg, Bochum, Schwelm, Soest, Iserlohn, Villigst bei Schwerte, Hemelinghofen bei Kamen, Hamm, Halver, Arnsberg und Tuspel (= das heutige Dortmund-Oespel, der Wohnsitz des Autors, der schon 100 Jahre vor Dortmund bestanden hatte) einbezogen.

Dass die Feme nicht vor großen Namen und Ständen zurückschreckte, zeigt die Tatsache auf, dass sie über Jahrzehnte hinweg auch die Hochmeister des Deutschen Ordens aus Marienburg und Königsberg vor ihr Gericht rief (Darüber wird später in unserem Ordensblatt noch mehr zu lesen sein).

Kurowski ist einer der stillen im Lande, der in der eigenen Stadt unbekannt zu sein scheint. Aber er ist kein Mann, der kneift, wenn er gefordert wird! Niemals scheut er sich seine persönliche, ausgewogene Meinung öffentlich zu vertreten. Dieses Verhalten drückt sich auch in seinen Werken aus, die inzwischen „die Welt erobert haben“, wie der indische Oberst Rawlingson ihm einmal vor Jahren schrieb. Dass dies auch für  Deutschland, in hunderten Buchbesprechungen verschiedenster Gremien zum Ausdruck kommt, stimmt versöhnlich. Zumal Franz Kurowski dank seiner unermesslichen Schaffenskraft, seiner großen Begabung (die Otto Königsteiner einmal als Genie ansprach), und seiner Selbstdisziplin das ist, was man unter einer Persönlichkeit versteht. --- Hans Schulz-Fielbrandt.
 

nach oben